|
Drehbuchschreiben
|
|
|
Über
das Drehbuchschreiben selbst... Wer
denkt, durch das Drehbuchschreiben reich und berühmt zu
werden, sollte eine Karriere im Ausdruckstanz oder
Rückwärtssprechen anstreben. Wer schreibt, der
schreibt, weil er nicht anders kann und weil er genau weiß,
wenn er es nicht tut, dass ihm etwas fehlen wird. Wir kennen keinen
Drehbuchautor, der wegen des Geldes allein schreibt. (Auch wenn wir
ohne Geld auch nicht überleben können.) Ohne
Konflikt gibt es keine Geschichte. So lange
der Protagonist nicht einen ebensomächtigen inneren /
äußeren Konflikt zu bewältigen hat, hat der
Zuschauer keine Veranlassung, sich mit dem Protagonisten zu
identifizieren und dadurch keine Veranlassung, sich den Film anzusehen.
Allerdings muss der Konflikt von vornherein klar sein und auf ein Ziel
hinlaufen. Seid Euch immer über das Ziel Eures Drehbuchs klar,
wenn Ihr nicht wißt, wohin Ihr wollt - dann weiß es
niemand. Drei Stichpunkte: Das mag simpel klingen, doch wie viele Drehbücher haben wir schon gelesen, die mindestens in einem dieser Punkte versagten. Formuliere die Geschichte in zwei Sätzen, wenn das nicht geht, ist der Plot zu langweilig oder zu komplex. Zum
Thema Charaktere. Supermann und James Bond kommen
gut ohne Hintergrund aus, allerdings sind sie durch Ihre Serie und
eigene Stereotyphaftigkeit gefestigt. Jeder andere Charakter, sollte
ein Mensch und keine leere Comicfigur sein. Menschen sind durch
Eigenarten, Motivationen, Überzeugungen, sozial-kulturellem
Background, Träume, durch ihre Vergangenheit und ihre
Ängste und Schwächen geprägt. Dies mag nicht
alles Bestandteil des Drehbuchs werden, aber es muss spürbar
sein und soll ihre Handlungen erklärbar machen. Sicher, es mag
Gegenbeispiele geben, die kaum darauf Rücksicht nehmen. Aber
bewertet diese Filme einmal unter der Kategorie: Anspruch. Denkt visuell. Ein Roman konzentriert sich auf die Innere Handlung, ein Theaterstück auf die Dialoge, aber ein Film auf das Visuelle, denn darin liegt seine Stärke. Wenn es geht, dann ersetzt lange Dialoge durch etwas Visuelles. Jede Szene trägt dazu bei, zum Ziel zu führen. Keine Szene darf ein Füller sein. Sende- und Produktionsminuten sind teuer. Behandelt auch Props und eingebrachte Erfahrungen und Informationen: nichts soll unnötig sein, alles muss zur Haupt- oder zur Nebenhandlung beitragen. Auch zu Beginn darf keine Szene verschwendet werden. Alles führt zur zum Ziel. Treatment Sehr üblich in den USA, man beschreibt sein Drehbuch auf wenigen Seiten, in einer Art Kurzprosa, die im Präsens geschrieben ist, mit Dialogeinschüben aus dem Drehbuch (jedoch nicht jedem einzelnen.) Es lohnt sich, ein Treatment vor dem eigentlichen Drehbuch zu schreiben, man kann es leichter ändern, aber auf die Qualität eines Drehbuchautors läßt ein Treatment nicht schließen. Manchmal kann man ein Treatment einfacher verkaufen, als ein Drehbuch. Doch wenn man Pech hat, unterschreibt einen Vertrag, dass jemand anders das Drehbuch schreiben wird. Akt-Modelle Jeder liebt Akte, besonders Lektoren und Drehbücher. Dass diese Liebe oft schon zum Fetischismus wird, soll dahingestellt bleiben. Es sind klassische Formate, deren Entwicklung und Relevanz nicht unterschätzt - aber auch nicht überschätzt werden darf. Es gibt verschiedene Modelle. Wir stellen hier vorerst das bekannteste vor und werden mit der Zeit noch andere vorstellen. Nehmt solche Modelle als Richtwerte, nicht als Gesetzesvorlagen, denn Geschichten entwickeln sich auch von selbst, wer sie zu sehr in Formeln packt, erzählt etwas, was vorhersehbar ist. Erster
Akt [Anfang] Zweiter
Akt [Mitte] Dritter
Akt [Ende] Ein Plot Point ist eine / mehrere entscheidungswichtige Szene/n, in der der Protagonist eine Entscheidung treffen muss. Format Drehbuchformate
sind nicht sonderlich schwer. Hier ein Beispiel, Groß- und
Kleinschreibung sind zwingend. BOND greift nach seiner dampfenden CURRY-WURST, er mag sie nicht.
BOND sieht einige Parlamentarier eine Curry-Wurst essen..
"BOND" müsste noch ein bisschen mehr in die Mitte, aber HTML wehrt sich beständig. Lass grundsätzlich genügend Platz auf einer Seite. Zwischen den Szenen jeweils ein Absatz, nach den Dialogen usw. Personen oder wichtige Props, Laute (wie Telefonklingeln) sollten bei ihrem ersten Auftreten groß geschrieben werden, damit man sie leicht erkennen kann. Hilfsmittel Es gibt verschiedene Software, die das Schreiben erleichtern, aber Euch den kreativen Akt letztlich nicht abnehmen. Um also dem Wunsch gleich zu entsagen: es gibt keine Software, bei der man auf einen Knopf drückt und es druckt ein Meisterwerk aus. Auch sind viele der Software-Programme extrem formalistisch, was darin begründet liegt, dass sie aus den USA kommen und die Filme dort produziert werden. Das Format (3 Akte u.ä.) ist nicht unbedingt falsch, es hat sich schließlich durchgesetzt, aber es ist extrem vorhersehbar und wenn die Software keinen Spielraum erlaubt, füllt man eben nur Schablonen aus. (Auch wenn einige Lektoren auf Schablonen total abfahren. Zitat: "Der erste Plotpoint war erst auf Seite 21 und nicht auf Seite 20!") Wer also des Englischen mächtig ist und genügend Geld hat, kann sich unter den Links rechts einige nützliche Programme ordern. Zum Thema Recherche, läßt sich nur die Wichtigkeit gut recherchierter Drehbücher hervorheben. Wer einen Chemiethriller schreibt und keine Ahnung von Chemie hat, der sollte sich besser informieren bzw. helfen lassen. Wer ganz sicher gehen will, dass das Skript den formalen Ansprüchen entspricht, bzw. dass die Handlung auch gut rüberkommt, kann sich an die rechts gelisteten Skriptdoktoren wenden. Einzige Voraussetzung: das nötige Kleingeld sollte man schon haben. Eine Erfolgsgarantie geben sie trotz der Unsummen jedoch auch nicht. 15 x verdammt wichtig
|
Überblick:
Skriptdoktoren:
|